Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Artikel: Spitzwegerich fürs Pferd – das „Erste-Hilfe-Kraut“ von der Wiese

Spitzwegerich fürs Pferd – das „Erste-Hilfe-Kraut“ von der Wiese
Atemwege

Spitzwegerich fürs Pferd – das „Erste-Hilfe-Kraut“ von der Wiese

Man läuft ständig an ihm vorbei und schenkt ihm kaum Beachtung. Dabei gehört Spitzwegerich zu unseren ältesten heimischen Kräutern und ist traditionell gleich für zwei Bereiche besonders interessant: empfindliche Atemwege und gereizte Haut.

Ein ziemlich unscheinbarer Alleskönner

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den Pflanzen, die fast jeder schon einmal gesehen hat – auch wenn nicht jeder weiß, wie sie heißen.

Er wächst auf Wiesen, Wegrändern und Weiden, bildet eine bodennahe Blattrosette und schiebt seine charakteristischen langen Blütenstiele nach oben. Seine schmalen Blätter erkennt man besonders gut an den kräftigen, fast parallel verlaufenden Blattadern.

Und wer als Kind viel draußen unterwegs war, hat Spitzwegerich vielleicht sogar schon benutzt, ohne etwas von Pflanzenheilkunde zu wissen. Blatt zerdrücken, auf einen Insektenstich legen, fertig.

Genau solche einfachen Anwendungen haben ihm den Ruf eines kleinen „Erste-Hilfe-Krauts“ der Wiese eingebracht.

Für Pferde ist Spitzwegerich ebenfalls interessant – allerdings nicht nur für die Haut. Seine eigentliche Paradedisziplin sind die Schleimhäute.

Was steckt im Spitzwegerich?

Spitzwegerich ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass wir für Kräuterkunde kein Chemiestudium brauchen.

Wir merken uns einfach drei Gruppen:

Schleimstoffe
Sie können sich wie ein feiner Film auf gereizte Schleimhäute legen. Genau deshalb gehören schleimstoffreiche Pflanzen traditionell zu den Klassikern bei trockenen und empfindlichen Atemwegen.

Gerbstoffe
Sie besitzen zusammenziehende Eigenschaften und erklären mit, warum Spitzwegerich traditionell nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich für die Haut verwendet wurde.

Aucubin und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
Aucubin gehört zu den sogenannten Iridoidglykosiden und ist einer der charakteristischen Pflanzenstoffe des Spitzwegerichs. Verschiedene Inhaltsstoffe der Pflanze werden unter anderem hinsichtlich entzündungsmodulierender und antimikrobieller Eigenschaften untersucht.

Für unseren Pferdealltag müssen wir uns „Iridoidglykosid“ allerdings nicht merken.

Schleimhäute, Atemwege und Haut – damit haben wir die wichtigsten traditionellen Einsatzgebiete schon ziemlich gut zusammengefasst.

Ein Klassiker für die Atemwege

Wenn Spitzwegerich für eines bekannt ist, dann für seine lange Tradition als Atemwegskraut.

Besonders geschätzt wird er bei trockenen, gereizten und empfindlichen Schleimhäuten. Seine natürlichen Schleimstoffe machen ihn deshalb zu einem klassischen Bestandteil traditioneller Kräutermischungen für Hals, Rachen und Atemwege. Diese Verwendung ist so etabliert, dass Spitzwegerichblätter auch heute noch in der europäischen Pflanzenmonographie genau diesem Bereich zugeordnet werden.

Und beim Pferd ist das durchaus interessant. Denn Pferdeatemwege müssen einiges aushalten. Heustaub, Einstreu, trockene Stallluft, Schimmelsporen und andere feine Partikel gelangen mit jedem Atemzug in die Atemwege. Die dortigen Schleimhäute bilden eine wichtige Schutzbarriere und helfen dabei, eingeatmete Partikel wieder nach draußen zu befördern.

Sind diese Schleimhäute ständig gereizt, wird aus einem vermeintlich kleinen Stallproblem schnell ein ziemlich großes Thema. Spitzwegerich gehört deshalb für uns zu den Pflanzen, die besonders gut in eine naturheilkundliche Begleitung empfindlicher Atemwege passen.

Was bedeutet das ganz praktisch für mein Pferd?

Hier wird es interessanter als bei der Frage, wie viele Milligramm Aucubin in einem Blatt stecken.

Spitzwegerich kann beispielsweise als Bestandteil einer Kräuterkur interessant sein:

  • während der Stallperiode
  • bei viel Heu- oder Einstreustaub
  • für Pferde mit empfindlichen Atemwegen
  • bei trockener Stallluft
  • während saisonaler Belastungsphasen
  • als Bestandteil klassischer Atemwegskräutermischungen

Genau deshalb findet ihr Spitzwegerich bei NATURANIMA auch in BronchoVital, kombiniert mit Fenchel, Brennnessel, Huflattich, Kamille und Anis. Die Mischung ist bewusst auf Atemwege, Bronchien und Schleimhäute ausgerichtet.

Aber – und das ist wichtig – ein Kraut kann schlechtes Atemwegsmanagement nicht ausgleichen.

Wenn ein Pferd täglich den Kopf in staubiges Heu steckt, die Box kaum belüftet ist oder Schimmelsporen in der Umgebung ein Problem sind, hilft es wenig, oben noch einen Löffel Kräuter draufzugeben.

Bei empfindlichen Atemwegen kommt zuerst das Management. Kräuter begleiten.

Das ist vielleicht weniger bequem, aber deutlich sinnvoller.

Spitzwegerich kann aber noch etwas anderes

Und genau das macht ihn für mich zu einem besonders schönen Kraut für unsere KräuterKunde. Spitzwegerich ist nämlich nicht nur ein Atemwegskraut. Traditionell wurde er auch äußerlich auf der Haut verwendet – etwa bei kleinen Hautreizungen, Insektenstichen oder oberflächlichen Verletzungen.

Daher stammt auch das alte Wissen, ein frisches Spitzwegerichblatt zwischen den Fingern zu zerreiben und den austretenden Pflanzensaft auf einen Insektenstich zu geben.

Das macht ihn natürlich nicht zur pflanzlichen Notfallapotheke für jede Pferdewunde. Eine tiefe, stark blutende, entzündete oder schlecht heilende Verletzung gehört vernünftig versorgt beziehungsweise tierärztlich beurteilt. Bei kleinen oberflächlichen Hautreizungen zeigt sich aber schön, wie vielseitig diese unscheinbare Wiesenpflanze traditionell genutzt wurde.

Und diese Verbindung zur Haut ist auch der Grund, weshalb Spitzwegerich bei NATURANIMA nicht nur in Atemwegsrezepturen vorkommt, sondern ebenfalls Bestandteil unserer DermaVital Kräuterpellets für Haut und Fell ist.

Kann ich Spitzwegerich einfach auf der Wiese sammeln?

Grundsätzlich gehört Spitzwegerich zu den heimischen Pflanzen, die man relativ leicht erkennen und sammeln kann. Aber bitte nicht nach dem Motto: „Sieht ungefähr so aus – wird schon stimmen.“ Wer Wildkräuter sammelt, sollte eine Pflanze wirklich sicher bestimmen können.

Außerdem spielt der Standort eine Rolle. Der Grünstreifen direkt neben einer stark befahrenen Straße, der regelmäßig besuchte Hundespazierweg oder eine möglicherweise behandelte Fläche wären nicht meine erste Wahl für die Kräuterküche.

Gesammelt werden traditionell vor allem die Blätter.

Für Pferde können diese frisch beziehungsweise angewelkt angeboten oder getrocknet und später als Kraut verwendet werden. Und gerade darin liegt für mich ein schöner Teil der Kräuterkunde: Man muss nicht jede Pflanze als Pulver aus einem Plastikbeutel kennenlernen.

Wer Spitzwegerich einmal bewusst auf einer Wiese gesucht, die Blätter zwischen den Fingern gefühlt und die markanten Blattadern betrachtet hat, erkennt ihn danach meist überall.

Muss ich Spitzwegerich bei Husten einfach nur ins Futter geben?

Nein – und gerade bei Atemwegen sollten wir nicht zu lange herumexperimentieren. Husten ist beim Pferd keine Diagnose, sondern ein Symptom.

Wenn ein Pferd wiederholt hustet, auffällige Atemgeräusche zeigt, Nasenausfluss bekommt oder in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Gerade Equines Asthma und andere chronische Atemwegsprobleme profitieren enorm davon, wenn sie früh erkannt und Haltung sowie Fütterung entsprechend angepasst werden. Spitzwegerich kann hier begleiten. Er ersetzt aber weder eine Diagnose noch staubarmes Raufutter, gute Luft und ausreichend Bewegung an der frischen Luft.

Das Schöne an Naturheilkunde ist schließlich nicht, bei jedem Problem einfach irgendein Kraut darüberzustreuen. Sondern zu verstehen, wann welches Kraut sinnvoll sein kann – und wann wir an einer ganz anderen Stelle ansetzen müssen.

Unser Fazit: Unscheinbar, aber alles andere als langweilig

Spitzwegerich muss nicht aus einem fernen Land kommen und braucht keinen exotischen Namen, um interessant zu sein. Er wächst direkt vor unserer Haustür.

Seine Schleimstoffe, Gerbstoffe und sekundären Pflanzenstoffe erklären gut, warum er seit Generationen insbesondere für Schleimhäute, Atemwege und Haut geschätzt wird. Seine traditionelle Verwendung für gereizte Schleimhäute ist bis heute fest in der europäischen Pflanzenheilkunde verankert.

Für Pferde macht ihn das besonders in der Stallzeit und bei empfindlichen Atemwegen zu einem spannenden Begleiter. Und vielleicht lohnt es sich beim nächsten Spaziergang, einmal nach unten zu schauen.

Denn manchmal steht ein ziemlich interessantes Kraut einfach mitten am Wegesrand.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.

Read more

Mariendistel fürs Pferd – viel mehr als nur eine „Leberpflanze“
Leber

Mariendistel fürs Pferd – viel mehr als nur eine „Leberpflanze“

Die Mariendistel gilt als DER Klassiker unter den Leberkräutern – und das nicht erst seit gestern. Ihre Samen enthalten den besonderen Pflanzenstoffkomplex Silymarin und werden traditionell rund um...

Weiterlesen